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Transalp 2007 Bischhofshofen - Lienz

Ein Bericht von Werner Schwemberger 

2007-01-

GPX-Track

Die heurige Transalp führt durch Österreich. Wir machen einen Bogen und fahren erst von Salzburg nach Oberösterreich und dann über die Steiermark nach Kärnten. Die Tour soll in Osttirol enden.
Teile der Tour haben wir von den motivierten Salzkammergut Bikeseiten
(z.B.: http://www.biken.at/alias/biken/startseite) abgekupfert.

Startpunkt ist Bischofshofen. Dieser zentrale Bahnknotenpunkt ist für alle Teilnehmer sehr gut zu erreichen und daher ideal als Startort geeignet.

1.Tag Bischofshofen – Bad Goisern

2007-02

Am Morgen treffe ich Martin am Innsbrucker Bahnhof. Das Radabteil ist sehr klein und das Unterbringen der Räder fast ein Problem. Der freundliche Schaffner quetscht aber alle Räder irgendwie ins Abteil und so können wir, gemütlich frühstückend, nach Bischofshofen fahren. Der Kaffee im Zug bekommt allerdings keine Höchstwertung. Auch das Wetter schwächelt, der April war heuer zwar sensationell, dafür haben der Mai und Juni den Apriljob übernommen.

Für die nächsten zwei Tage ist aber schönes Wetter angesagt und ‚Mut kann man sich nicht kaufen’!

Wir treffen Peter und Fritz am Bahnhof in Bischofshofen. In der irrwitzigen Annahme, dass sich die beiden bereits über die einzuschlagende Fahrtrichtung informiert haben, starten wir -natürlich in die falsche Richtung. Ehe wir nach vier Kilometern auf die Schnellstraße auffahren, betätigen wir doch die Bremse und bezeichnen das ganze als ‚Schwung holen’. Wieder zurück in Bischofshofen,  fahren wir (nun aufgewärmt) in die richtige Richtung nach Pfarrwerfen (520). Das ‚kleine’ Hinweisschild kann man aber wirklich leicht übersehen. In Pfarrwerfen biegen wir nach rechts ein und endlich geht es aufwärts nach Werfenweng (902). Da die Strasse auch als Autobahnzubringer dient, herrscht recht viel Verkehr. Fritz ruft noch ‚rechts – auf die Autobahn’ (sicherlich wegen der größeren Hinweisschilder), da dort aber der samstägliche Stau herrscht, fahren wir (jetzt verkehrsberuhigter) Richtung Werfenweng weiter. Kurz vor der Seilbahnstation geht es links über einen super angelegten Forstweg hinauf. Wir folgen dabei immer den Schildern Richtung A.Proksch Haus (1.586). Leider verstellt uns das nebelige Wetter die Aussicht auf das Tennengebirge, deshalb können wir die tollen Blicke nur erahnen.

Eigentlich ist das Proksch Haus ein kleiner Umweg, da es jetzt aber immer mehr zu nieseln beginnt, kehren wir gerne ein.

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    (Ein Bild sagt mehr als tausend Worte) 

Nach gemütlicher und ausgezeichneter Rast  (Empfehlung!) hat sich auch das Wetter wieder beruhigt. Wir fahren erst ein Stück von der Hütte bergab und müssen uns dann ein wenig orientieren. Die Überquerung ins Lammertal ist auf den vielen Hinweisschildern nicht  angeschrieben. Dank GPS finden wir uns aber doch noch zurecht und gelangen über einen schlechten Weg zum Jochriedel (1.650). Die Hinweisschilder ‚Sperrgebiet’, ‚Verlassen des Weges verboten’ und ‚Lebensgefahr würden uns ja nicht weiter stören, die Maschinengewehrsalven im Tal klingen schon etwas beunruhigender!

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Trotzdem fahren wir über den steilen und ausgewaschenen, aber toll zu fahrenden Weg hinunter. Peter steigt natürlich unfreiwillig ab – das Filmen während der Fahrt ist eben doch nicht ideal. Es passiert ihm aber nicht weiter viel und wir können das Geheimnis des Maschinengewehrfeuers ergründen. Das Bundesheer hat bei der Aualm einen Übungsplatz und heute ist Tag der offenen Tür. Bundesheer haben wir schon hinter uns (oder Martin?) und  fahren daher dem Weg abwärts folgend bis Lungötz (830).

Bereits hier entscheiden wir uns, den Hornspitz auszulassen. Der Teufelsgraben wurde als äußerst ‚gatschige’ Angelegenheit beschrieben und das Wetter sieht noch immer nicht berauschend aus. Statt nach Annaberg  rechts Richtung Schindlmais (Ghf. Bischofmütze) durch den Teufelsgraben über die Großedtalm zum Hornspitz (1.400) zu fahren, umfahren wir das ganze über die Bundesstrasse. Wir fahren weiter abwärts, schauen nicht auf die Karten und übersehen daher beim Radlerwirt den weiter abwärts führenden Weg entlang der Lammer. Daher machen wir auf der Bundesstrasse noch 100 Sonderhöhenmeter.

Langsam kommt die Sonne heraus und unsere Stimmung steigt gewaltig. Die knapp 350 Höhenmeter zum Pass Gschütt sind in schöner Steigung angelegt, wobei die vorbeirasenden Autos etwas lästig sind. Die Sonne und der kleine Pannenstreifen auf der Seite machen die Auffahrt trotzdem angenehm.

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Fritz bemerkt bei Peter einen schleichenden Patschen. Beim Flicken finden wir glücklicherweise den Drahtrest, der sich in den Reifen gebohrt hat. Nach erfolgter Reparatur beeilen wir uns, vom Pass Gschütt (924) (Hier mündet auch der Weg des ursprünglichen Plans über die Hornspitze) über Gosau (736) und Steeg (513) nach Bad Goisern (505) zu kommen. Das Wetter ist sich immer noch unschlüssig und wir haben immerhin noch 20km vor uns. Abwärts und auf Asphalt geht’s dann aber doch flotter und wir erreichen recht rasch den Hallstättersee.

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Ein Bierchen wäre sicher nicht verkehrt, da die Unterkunft aber nicht mehr weit ist, beschließen wir gleich nach Goisern zum Moserwirt (http://www.moserwirt.at) zu fahren.

Die Suche gestaltet sich schwieriger als erwartet - woher soll ich auch wissen, dass Goisern zwei Kirchen hat!?
Die Überraschung folgt bei unserem wohlverdienten Bierchen im Biergarten – ‚Ich hab Sie aber nicht in unseren Checkin Buch’. Relativ gelassen (die Auslastung um diese Zeit ist leer bis niemand) frage ich ob was frei ist – ‚man muss erst nachsehen’. (Hätte er aber auch selber draufkommen können!?) Es finden sich auch zwei Zimmer, also können wir getrost einige Biere nachordern. Es folgt die nächste Überraschung, neben uns beginnen einige Feuerwehrler Stühle aufzustellen. Wir geraten mitten in einen Platzkonzert. Das witzige ca. 30 – 40 Musiker spielen vor knapp 20 – 30 Zusehern. Trotzdem sind  wir erfreut, dass solch ein Aufwand für uns betrieben wird. Wir bemerken erst als ein Geschenkskorb an den scheidenden Dirigenten überreicht wird, dass es nicht um uns geht. ;-).

Beim ausgezeichneten und  reichlichen Abendessen fängt Fritz doch fast zu Schwächeln an und kämpft verzweifelt mit seinem Grillteller. Nach Espresso und Schnaps kehrt Fritz jedoch wieder zu seiner alten Form zurück und ordert mit Martin eine Nachspeise. Gott sei Dank!

Nach ein paar Litern Wein haben wir schließlich die nötige Bettschwere erreicht und gehen zufrieden schlafen.

2.Tag. Bad Goisern - Zauchen
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Der erste Blick am Morgen aus dem Fenster stimmt uns fröhlich, da uns ein blitzblauer Himmel begrüßt. Das Frühstück ist ausgezeichnet und wir langen ordentlich zu. Die dritte Überraschung folgt beim Bezahlen. Der Wirt schwafelt irgendetwas von 150 Euro, worauf Martin protestierend (wir sind doch keine Memmen) die Wirtshausrechnung erwähnt. Die Miene des Wirtes erhellt sich sichtlich, als er sich nochmals uns zuwendet. ‚Ach ja, da waren ja noch vier Essen’. Martin fügt -jetzt etwas rüpelhafter - hinzu: ‚Trunken hätt ma a no was’. Der ‚sehr’ geschäftstüchtige Wirt kehrt noch freudestrahlender zurück: ‚Des hat sich rentiert’. Ja, ja, Martin ist einfach zu ehrlich. Nach unserer Berechnung fehlen aber trotzdem noch einige Bierchen auf der Rechnung!

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Wir sind mit den Preis – Leistungsverhältnis sehr zufrieden und starten um 8:00 vom Hotel nach Osten, erst durch eine Unterführung und danach gleich Bergauf Richtung Riedln.(658).

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Ein absolutes Highlight folgt. Bereits von hier können wir den Weg in der Felswand erkennen. Kurz vor einer Kehre (812) zweigt von der Asphaltstrasse ein Fortweg Richtung Rath (760) – Ewige-Wand ab. Wir verfahren uns wieder etwas, anscheinend wurde extra wegen der Biker (riesige Hinweisschilder) ein neuer Weg links um das Gehöft Rath gebaut (Die Besitzer dürften wegen der vielen Bikern genervt sein). Wir fahren aber natürlich stur nach GPS durch das Gehöft, glücklicherweise scheint noch alles zu schlafen. Nach dem Gehöft wird der Weg schmaler und führt durch einen dunklen Wald (Sagenweg). Danach die Sensation: der Weg führt uns durch einen Tunnel direkt in die Ewige Wand!

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Zwar ist dieses Spektakel nur einige 100 Meter lang, aber jeden Umweg wert. Mitten in der Wand hat man tolle Blicke auf Goisern und die umliegenden Berge, aber auch die Fahrt entlang des Abgrundes ist genial. Erst am Ende des Weges muss man kurz absteigen und das Bike über einige Steine hieven. Einfach geil – unbedingt probieren.

Die nun folgende Fahrt am Forstweg zur Reinfalzalm (1.050) ist auf dieses Erlebnis folgend verständlicherweise langweilig. Obwohl die Ausblicke auch hier nicht ohne sind, hängen wir mit unseren Eindrücken noch irgendwie in der ‚ewigen Wand’. Auf dem Forstweg bis zur Abzweigung (921) durch das Tal entlang des Grabenbaches ins Rettenbachtal (570) müssen wir uns mehrmals orientieren. Öfters zweigen Wege ab und die richtige Richtung ist nicht immer offensichtlich.

Der Defektteufel schlägt wieder zu, ein Stein oder Ast hat die Schutzhülle meines Schaltseiles beschädigt. Da die Seele aber noch hält, ist das ganze mit etwas Isolierband rasch behoben.

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Bei der tollen Abfahrt entlang des Grabenbaches kommt wieder Stimmung auf – ob es die Gefahren sind, die uns dabei erwarten?

Heute ist Wochenende und es begegnen uns sehr viele Biker. Diese Gegend eignet sich sehr zum Biken. Nach einer Brücke führt der Weg in angenehm leichter Steigung durch das Rettenbachtal bis zur Rettenbachalm (630). Ab hier wird der Weg über die Grenze nach Oberösterreich (700) zu einem wahren Gustostückerl. Der Weg ab der Alm wurde dem Tal abgerungen und ist teilweise verwegen in den Fels gesprengt. Wieder führt der Weg durch einen längeren Tunnel und erst ganz zum Schluss wird der Weg sehr steil – einfach toll.

Die Eispalatschinken vom Vortag dürften noch etwas im Magen liegen, bei der Blaa Alm (900) müssen wir einige Zeit auf Fritz und Martin warten. Erst geht die Abfahrt noch ein kurzes Stück über Schotter, bald brausen wir aber über Asphalt hinunter bis nach Altaussee (719).

Da wir schon etwas im Zeitverzug sind, machen wir keinen Abstecher zum See, sondern fahren gleich über Obertressen (783) (die Abzweigung verfehlen wir zuerst natürlich) zum Grundlsee (713).

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Hier finden wir auch  gleich eine nette Einkehrmöglichkeit beim Gasthof Stöckl direkt am See und stoßen auf diese Teiletappe an. Das Essen lässt keine Wünsche offen und Fritz und Martin kommen endlich wieder zu einer Nachspeise. Nach dem obligatorischen 4x4 fahren wir gemütlich rund um den See nach Wienern (713). Wieder fordere ich zur Navigation auf, obwohl der internationale Bike-Wegweiser den rechten Weg weist.

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Heute ist es sehr warm und daher ist die Auffahrt bis Klaushöfl (1200) recht anstrengend.
Ich bin erst überrascht, dass die Steirer beim Holzen anscheinend ganze Arbeit leisten. Erst später erfahren wir, dass Freund Kyrill das Holzen erledigt hat.

20-01-2007 - Kyrill tobte in Bad Mitterndorf
Der Orkan Kyrill hat in der Nacht zum Freitag (18./19.1.07) in Bad Mitterndorf hohe Sachschäden verursacht. Der Sturm erreichte seinen Höhepunkt in den frühen Morgenstunden mit 148 km/h. Auf dem oberösterreichischen Feuerkogel wurde der Spitzenwert mit 207 Stundenkilometern gemessen. Häuser wurden abgedeckt, Bäume geknickt und Stromleitungen unterbrochen.

Riesige Waldflächen wurden vernichtet und sogar heute am Sonntag werden die Baumstämme zu Tal gebracht.
Da Fritz und Martin heute Mittag doch ‚etwas’ zuviel gespeist haben, sind sie wieder weit zurück. Peter und ich beschließen, gleich weiter zur nächsten Einkehrmöglichkeit zu fahren. Auf der gesamten Abfahrt entlang des langen, schön fahrbaren Forstweg werden wir nicht fündig, erst in Bad Mitterndorf (800) finden wir im Hotel Post eine Einkehrmöglichkeit.

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Fritz und Martin begehen einen Navigationsfehler (oder wollten sie doch nur den Bagger anschauen) und können daher erst mit dem zweiten Bierchen in die wohlverdienten Belohnung einsteigen.

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Wir genießen noch etwas den Nachmittag und machen uns danach auf zu unserer Unterkunft in Zauchen (800). Der Zauchenwirt (www.zauchenwirt.at) verdient eine Höchstbewertung. Erst machen wir es uns im Garten gemütlich und gönnen uns ein paar Liter Wein. Anschließend wird für uns sehr motiviert aufgekocht und wir kommen zu unserem wohlverdienten und reichlichen Kaloriennachschub.

Wir sind wie bisher gewohnt wieder die einzigen Gäste und jede Frage wird, bevor sie eigentlich zu Ende formuliert ist, mit ‚Ja – hamma’ beantwortet. Spruch der Transalp 2007: ‚Hab’s es (das ‚s’ noch nicht ausgesprochen) – Ja hamma’

Am Abend gehen wir noch in die Gaststube um ein paar Partien Karten zu spielen und der Wirt beginnt doch glatt zu schwächeln: ‚Ihr wollt wirklich um 7:00 Uhr Frühstück?’ – ‚Weil viele sagen des und kemmen dann erscht um Neine!’ – Natürlich bevor er die Frage eigentlich ausgesprochen hat: ‚Ja!!!’

Ein paar ‚Karter’ später gehen wir zufrieden schlafen.

3.Tag Zauchen – Rohrmoos

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Ganz hat uns der Wirt wohl nicht geglaubt, denn trotz unseres pünktlichen Erscheinens lässt das Frühstück auf sich warten. Das ist aber reichlich und insgesamt sind wir mit dieser Unterkunft mehr als zufrieden.

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Nach dem Frühstück geht es bei tollem Wetter von Zauchen (800) zurück nach Bad Mitterndorf (800) und über die Straße zum eigentlich leeren Salzastausee (777). Die Auffahrt über den schön angelegten Forstweg ist erst etwas langweilig, weiter oben werden die Aussichten aber immer besser, die Steigung dafür immer heftiger.

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Ab dem Miesboden (1.420) geht es recht gemütlich hinüber zur Viehbergalm (1.445). Die Ausblicke zum Dachstein sind fantastisch. Martin und ich sind etwas voraus und folgen den Hinweisschildern der Dachsteinrunde zur Viehbergalm.

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Für eine Einkehr ist es zwar etwas früh, nervöser macht uns aber die (sehr) alte Sennerin: (‚wellts was? – kemmts lei’) und beim Senner (mit künstlichem Darmausgang) der uns wie Außerirdische beäugt, ist es nicht viel besser. Wir stellen rasch die Packordnung her und fahren wieder zurück auf den Fahrweg. In dieser Viertelstunde haben uns Peter und Fritz - ohne es zu wissen - ‚überholt’. Erst warten wir noch, erkennen aber bald, dass die Jungs jetzt wohl voran sind. Glücklicherweise habe ich den Plan im Kopf und wir fahren dem teilweise irrwitzig steilen Forstweg folgend, Richtung Gröbming. Ein Biker, der uns entgegenkommt, bestätigt, dass die Jungs voraus sind.

Ein weiteres Highlight folgt: der Weg führt durch eine Schlucht – nicht mehr irrwitzig, sondern senkrecht hinunter. Der Weg wurde hier auch betoniert, asphaltiert und verankert – sonst täte er wohl nicht halten.

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Einfach gewaltig!! Die Biker die hier umgekehrt hochkommen, sehen relativ ‚heruntergekommen’ aus. Respekt!!
Wir rollen Richtung Gröbming und ich werde beim Ortsschild Gröbming nervös, eigentlich hätten wir vor Gröbming rechts abbiegen sollen. Ich drehe mich um und sehe auch gleich das großen Hinweisschild ‚Stoderzinken – Panoramastraße’. Ausnahmsweise folge ich einmal einem Schild – na ja wenn kein GPS am Mann ist!
Den Stoderzinken habe ich nur als Umweg eingebaut, er ist aber ein absolutes Must! Die Asphaltstraße führt (relativ wenig Verkehr) in gemütlicher Steigung und mit tollen Ausblicken hinauf bis zur Steinerhütte (1.829).
Auf halbem Weg holen wir den ersten Flüchtigen ein. Fritz ist schon wieder beim Müsliriegeln naschen. Er kann es gar nicht glauben, dass die ganze Zeit hinter ihm waren. Peter dürfte Stress gemacht haben!!!
Ich bin die ersten Kilometer etwas zu rasch angegangen, denn ich habe schon müde Beine. Ich fahre daher mit Fritz mit. Nach einiger Zeit geht’s mir aber wieder besser und ich kann zu Martin aufschließen.

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Die Optik ins Ennstal ist gewaltig und wir können schon unser Ziel (Rohrmoos) sehen.
Kurz unter der Steinerhütte treffen wir Peter, der irrt schon verzweifelt am Stoderzinken herum (wo sans denn, soweit voraus kennen de decht nit sein).
Wir kehren zu der mehr als wohl verdienten Rast am Stoderzinken in der Steinerhütte ein (Empfehlung). Der Gag des Tages folgt bei dem 4x4 – nach ordern von Espresso und Grappa folgt nur die lapidare Frage ‚Muskat oder Barolo’. Etwas überrascht ordert Martin Muskat (hätte er auch ein 4x8 machen können!).
Für den Nachmittag sind Gewitter angesagt und wir verzichten daher auf das Friedenskirchlein. Wir fahren zurück bis zu einen Forstweg-Abzweig (1.500) und übersehen prompt den unscheinbaren Steig. Nach kurzem Verkoffern finden wir ihn doch noch und folgen diesem Steig knapp 200 Höhenmeter (Endlich trailen!!).

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Der Steig ist gut zur Hälfte fahrbar und absolut empfehlenswert. Vorsicht beim Orientieren: mehrmals kann man falsch abzweigen!! Wir münden auf einen Forstweg nach Weißenbach (790) und folgen diesen einfach immer bergab. Der Weg wird immer besser und breiter.
Ich bin anscheinend komplett in meinen Gedanken versunken und übersehe fast einen Schranken, erst kurz vorher beschließe ich, doch die Bremsen zu betätigen und vernichte die Restgeschwindigkeit elegant mit einen ‚Werner neben Schranke stellen und Rad unter Schranke legen’. Diese Aktion läuft so rasch ab, dass die Jungs einen höhern Adrenalinspiegel haben als ich.

‚Glück kann man sich halt auch nicht kaufen!’

Fritz überlegt kurzfristig noch PS zuzukaufen, vertraut dann aber doch auf seine eigenen Stärken (er trainiert ja schon den dritten Tag!)

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Wir folgen jetzt den Ennstalradweg nach Schladming. Dieser ist etwas lästig angelegt. Die Erbauer von Radwegen müssen offensichtlich auch hier den Weg in jeden Ort hinauf und danach wieder hinunter planen (unnötig). Genervt fahre ich auf der Bundesstraße nach Haus. Wieder führt hier die Bundesstrasse auf und ab, der Radweg ist flach angelegt. Bravo, wieder ein paar Sonderhöhenmeter gemacht!
Von Schladming haben wir für den heutigen Tag noch die Auffahrt nach Rohrmoos eingebaut. Diese entschärft den Folgetag und heute haben wir noch locker Zeit. Die Wolken wirken schon wieder bedrohlicher und wir fahren daher gleich nach Rohrmoos (990). Die Unterkunft (www.das-platzl.at) ist bald gefunden und wir genehmigen uns ein wohlverdientes Bierchen.

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Wieder Höchstbewertung! Nachdem wir die Zimmer bezogen haben, besprechen wir das Abendessen. Vorschlag ‚Gratinierten Lachs oder Tafelspitz’ – Martin schaut schon etwas schief – Wirt ‚Natürlich vorher Kasknödelsuppe und anschließend Bannanensplit’ – Martin schon sehr gelöst ‚ja, aber so ein Tafelspitz mit einen Lachshäppchen voran?’ - Wirt ‚mach i eich’ – Martin ist jetzt sehr zufrieden. Klingt nicht nur gut, es ist dann auch noch fantastisch zubereitet. Nach dieser Orgie brauchen nicht einmal Fritz und Martin einen Nachschlag. Wir verbringen einen gemütlichen Abend und gehen auch irgendwann schlafen.

4.Tag Rohrmoos – Mauterndorf (Taxi), Mauterndorf - Innerkrems

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Am Vortag hat der Wind noch das Gewitter verblasen, aber heute ist Schluss mit Lustig. Es regnet beständig. Wir frühstücken gemütlich (und ausgezeichnet) und befragen Wetterbericht und Co. Für Heute ist wechselhaft angekündigt und für die Folgetage schlecht. Wir warten noch ab, das Nieseln hört aber nicht auf und unser ursprünglicher Plan (über Berglam (1.100), Ursprungsalm (1.600), Giglachseeht (1.950), Znachsattel (2.060), Trail bis 1746, Diktlerhütte (1.140) und Mauterndorf (1.123)) ist kein Thema mehr. Im Hochgebirge haben wir heute nichts zu suchen. Wir überlegen noch die Variante einen Tag hier zu bleiben (Wirt ‚gerne, i koch eich was wellts!’), allerdings versprechen die Folgetage keine Besserung und ich hoffe, dass das Wetter auf der Südseite der Tauern besseres ist.
Die heutige Tour kann man nicht abkürzen, da ausgerechnet heute die Strecke immer nach Süden führt. Wir ordern daher, oh wie unwürdig, ein Taxi.

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Wir lassen uns über Radstatt und den Radstätter Tauern nach Mauterndorf chauffieren. Ausgerechnet am Radstätter Tauern ist es halbwegs schön. In Mauterndorf angekommen erwartet uns weiterhin der Dauerregen. Wir stellen unsere Räder unter und vertreiben uns in einem Gasthaus die Zeit mit Trinken, Essen, Schweinewürfeln und Karten spielen.

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(mir is fad)                                     

Wir überlegen uns schon wo wir nächtigen sollen, da hat der Wettergott doch noch ein einsehen. Es reißt zwar nicht auf, es hört aber endlich auf zu regnen. Wir fahren einfach los!!

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Damit wir nicht allzu nass werden, rollen wir von Mauterndorf (1.123) langsam Richtung St. Michael und zweigen dann Richtung Moosham (1.027) ab. Weiter geht’s über Pischelsdorf und Pichlern (1.091) in leichter Steigung zum Schönfeld. Ein Stück nach dem unmotiviert wirkenden Gasthof. Bundschuh (1.284) ereilt uns unser Schicksal. Erst beginnt es so stark zu nieseln, dass wir uns unterstellen. Der folgende leichte Hagel bestätigt diese Entscheidung. Nun wird der Rucksack bemüht und das komplette Equipment wird an den Mann gebracht. Sogar das Feature Regenpelerine wird getestet. Der Spuk ist aber bald vorbei und wir fahren weiter, aber nicht für lange. Jetzt fängt es richtig an – Nieseln, Regnen, Schütten, Gewitter – man kann es sich aussuchen. Einzeln kämpfen wir uns durch diesen Sh…. Peter und Martin etwas mutiger und weit voraus, ich stehe immer wieder unter und bin daher der letzte. Mehr als überrascht bin ich, als ich die Jungs in der Dr. Josef Mehrlhütte am Schönfeld (1.750) nicht antreffe. Hier gibt es Bier und der Ofen ist auch eingeheizt!?
Na Ja, ich möchte diesen Semmel auch hinter mich bringen und fahre durch den teilweise strömenden Regen, erst kurz noch hinauf zum Pass (1.800) und dann seeeehr langsam hinunter nach Innerkrems (1.470).
Die Regenpelerine ist Goldes wert und ich komme noch halbwegs (mehrmals unterstellen) trocken in der Unterkunft (members.aon.at/raufner) Raufner Wirt an.

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                              (Siegerfoto)

Die Unterkunft ist einfach, aber trotzdem ein absoluter Glücksgriff. Die Wirtsleute bemühen sich bestens um unser Wohl (‚Des sein die Radlfahrer was a in strömenden Regen fahren’).
Peter und Martin ordern erst einmal einen Jagatee (Spezial Mischung Raufner = Halb Schnaps, halb Rum und der Dampf zum Erhitzen wird wohl etwas Wasser abgeben!). Nach diesem Tee findet Peter die Wärme des Ofens bereits toll, obwohl dieser eigentlich noch nicht richtig warm ist!
Nach einiger Zeit ist unsere Adjustierung wieder halbwegs hergestellt, die Ausrüstung ist zum Trocknen aufgehängt und wir sind auch schon wieder abendfein.
Wir werden ausgezeichnet und mehr als ausreichend bekocht und kommen so noch zu einen sehr gemütlichen Abend beim Raufner (Topempfehlung).
Der Wetterbericht ist aber alles andere als toll und der Abbruch der Transalp ist eigentlich schon halb beschlossen. Wegen der Wetteraussichten ordere ich unser Frühstück sogar auf acht Uhr um (Selten eine so erleichterte  Wirtin gesehen). Deshalb machen wir heute auch noch ein paar Kartenpartien mehr, irgendwann ist die Bettschwere aber eingestellt und wir gehen schlafen.

5.Tag Innerkrems – Dorf Goldeck

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Auch am Morgen will es nicht aufhören zu regnen. Nach ausgezeichnetem und reichlichem Frühstück beschließen wir, nach Spittal hinunter zu rollen und uns dort abholen zu lassen.
(Der ursprüngliche Plan war von Innerkrems (1.470) über die Nockalmstraße (Eisenthalhöhe (2.060), Sacklhütte (1.550), Grundalm (1.688)) zu fahren und bei der Kleinkirchheimer Wollitzenalm (1.777) durch die Botanik auf einen Steig zum Oswalder Bocksattel (1.958) und weiter zur Erlacher Bockhütte (1.935) abzuzweigen. Ab hier führt ein Forstweg nach Kanning (880). Über Radenthein (700) und Dellach (619) kommt man zum Millstätter See (611). Auch so erreicht man Spittal, halt etwas komplizierter.)

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Wir packen aus unseren Rucksäcken so ziemlich alles aus und verlassen diese tolle, günstige Unterkunft. Vermummt rollen wir von Innerkrems (1.470) sehr langsam hinunter nach Kremsbrücke (952). Das lästige, leichte Nieseln begleitet uns bis Gmünd (741). Da es jetzt aber immer trockener wird und sich sogar die Sonne hin und wieder durch die Wolken kämpft, steigt meine Motivation erheblich. In Spittal (560) gibt es Sonnenschein und blauen Himmel und wir beschließen, doch weiterzumachen.
Durch die langsame Fahrt ist es schon relativ spät und da noch 1000 Höhenmeter vor uns liegen, suchen wir ein Gasthaus. Das erste Gasthaus neben dem Radweg öffnet erst um 17:00 Uhr (eh klar, da kommen ja die meisten Radfahrer) und beim nächsten wissen die Hausgäste nicht, wo die Wirtsleute sind!
Bei der Goldeckbahn Talstation im Tennishallenrestaurant werden wir doch noch fündig und essen ausgezeichnet.

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Von Schwaig (549) führt ein Forstweg zum Dorf Goldeck. Der alte ‚Schweineweg’ ist inzwischen komplett neu gebaut. Durch den Regen der letzten Tage ist der neue Weg aber so aufgeweicht, dass er mehr als eine Hürde darstellt. Außerdem ist der neue Weg etwas unrhythmisch, mal flach dann wieder sehr steil angelegt. Im trockenen Zustand sollte er aber gut fahrbar sein.
Ich bin heute ziemlich motiviert und kann sogar Peter abhängen. Der hat allerdings mit dem Handicap gebackene Leber zu kämpfen, er konnte diese mittags einfach nicht stehen lassen (He, He). Leider werden die Nebelschwaden immer dichter und glücklicherweise erreiche ich, kurz vor dem beginnenden Nieseln, unsere Unterkunft Alpengasthof Krendlmar (1600) im Dorf Goldeck. Peter schafft es kurz bevor es richtig  zu schütten beginnt! Fritz und Martin besichtigen wieder einmal lieber einen Bagger und müssen heute noch einmal ihre Regenpelerine bemühen.
Die Unterkunft ist einfach, aber empfehlenswert. Wir sind wieder die einzigen Gäste, aber das sind wir inzwischen schon gewohnt. In einem speziellen Trocknerschrank können wir unsere Sachen aufhängen und einem gemütlichen Abend steht nichts mehr im Wege.
Zum Trinken gibt es wieder reichlich und auch für das Essen gibt es ein dickes Lob. Peter zeigt allerdings Schwäche, sein Magen ist noch immer mit der riesigen gebackene Leber von mittags beschäftigt und verweigert die Mitarbeit.
Nach der obligatorischen Abendbeschäftigung beenden wir auch diesen Tag.

6.Tag Dorf Goldeck - Dellach

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Am Morgen werden wir belohnt, im Tal hängt zwar noch der Nebel, hier heroben ist es aber schon schön. Die Stimmung beim Frühstück ist daher wieder super und wir beeilen uns mit dem Frühstück. Wir wollen Biken!!

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Bereits um halb Acht starten wir vom Alpengasthof Krendlmar (1.600) über den schön angelegten Forstweg zum Goldeck (2.120). Die 4 Grad die das Thermometer anzeigt, werden durch die wärmende Sonne auch bald nach oben korrigiert. Vorbei an einen Speichersee und mehreren Liften kann man direkt bis zum Gipfelkreuz des Goldecks fahren – Genial

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Fotoshooting ist natürlich Pflicht und wir genießen diesen tollen Platz ausgiebig.
Abwärts geht’s über den breiten Weg zum Parkplatz Gasthof Seetal und dann über Asphalt zu der Abzweigung (1.687) nach Stockenboi. Warum ich an dieser Abzweigung vorbeifahre, ist mir noch immer ein Rätsel, ich übersehe einfach den breiten Weg, der in einer Senke rechts abzweigt - vielleicht weil er mit einer Schranke gesichert war? Wieder einmal müssen wir die Navigation bemühen und fahren ein paar Sonderhöhenmeter. Den sehr schönen Forstweg folgen wir dann talwärts ohne weitere Schwierigkeiten bis Stockenboi (820).
Bei der Abfahrt jagen wir einem Hasen nach. Den Haken ins Gebüsch bei 40 km/h wollen wir aber lieber nicht nachmachen. Zirka ab der Hälfte ist der Weg asphaltiert und sieht man von ein paar Hunden ab, kommen wir ohne weitere Zwischenfälle ins Tal.
Wir ziehen uns jetzt sommerlicher an und fahren auf der Straße Richtung Weißensee. Kurz vor dem See zweigen wir rechts ab. Hier gibt es eine neue Möglichkeit den See auf der Nordseite zum umfahren. (Danke Fritz fürs Erkunden) Dieser Weg ist in den Karten noch nicht verzeichnet, allerdings mit Bikeweg-Wegweiser beschildert und daher nicht zu verfehlen.

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Der Weg führt zwar etwas auf und ab und hat einige giftige Anstiege zu bieten, ist aber absolut eine Reise wert. Man hat ständig schöne Blicke auf den See und bei einen Teilstück durch eine Felswand ist der Weg ziemlich verwegen gebaut.
Nach diesem Highlight fahren wir kurz vor der ‚Alm hinterm Brunn’ hinunter nach Techendorf (934) und am Radweg entlang des Sees bis Praditz (933). Von dort auf der Straße hinüber zum Kreuzwirt (965). Der nächste verlässliche Kalorienlieferant ist erst die Comptonhütte, daher lassen wir uns bereits hier gemütlich auf der Terrasse nieder.
Die Bestellung ist auch gleich aufgegeben, aber leider beginnt es wieder leicht zu nieseln. Trotzdem beschließen wir, nach dem ausgezeichneten Mittagessen weiterzufahren. Natürlich beginnt es jetzt stark zu regnen, wir finden aber gleich einen Spezial-Unterstand.

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Martin und Fritz sind kurz vor dem Land der Träume, da ist der Spuk aber schon wieder vorbei. Wir fahren hinauf zum Kreuzberg (1.094) und biegen kurz danach rechts auf den nicht markierten Weg ein. Dieser Weg führt teilweise auf und ab, ist aber recht gemütlich angelegt. Ab den folgenden Abzweigungen ist die Comptonhütte immer gut angeschrieben und wir ersparen uns einiges an Navigationsarbeit (Sonst sicher lästig, viele Abzweigungen!). Die Ausblicke auf die Gailtaler Alpen sind toll, allerdings durch die Wolken getrübt. Nach der Waisacher Alm (1.250) fahren wir hinunter in einen Graben (1.130) und wieder zwingt uns ein Regenguss zum Unterstellen.

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(Ein Männlein steht im Walde…)

Der dauert aber nicht lange und wir können die Steigung zur Comptonhütte (1.581) in Angriff nehmen. Diese hat es in sich, der Weg wird zum Schluss immer schlechter und steiler und ich bin froh, als ich endlich an der Hütte ankomme. Die Türe ist versperrt und ich werde schon wieder leicht nervös. Die Wirtin hat aber (so ganz alleine) wohl nur Angst und öffnet gleich (Ufff). Zwei Bier später gehen wir den letzten Teil der heutigen Etappe an.

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Wir fahren von der Hütte abwärts und durch einen Boden den internationalen Wegweiser (Bikeverbot) folgend zu einer Abzweigung. Nachdem ich inzwischen den Wegweisern mehr vertraue als unserer Navigation, folge ich dem Wegweiser und natürlich legen wir wieder 100 Sonderhöhenmeter ein. Auch der Weg über die Pließalm (1.724) führt nach Ebenberg, allerdings mit Sonderhöhenmetern und knapp 100 Höhenmeter Trail nach der Alm. Die Auffahrt lohnt sich aber trotzdem, da die Aussicht von der Pließalm gewaltig ist.

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Wir drehen aber um und folgen dem Forstweg bis Ebenberg (850). Hier steht das zweite ‚Kein Mountainbike Schild’ und der Jäger schaut schon verdächtig vom Balkon. Wir sind aber zu viert, also hören wir keine Meckereien. Weiter geht es auf Asphalt hinunter nach Feistritz (615) und am Radweg entlang hinüber nach Dellach (606) zu unserer Unterkunft Gasthof Weigand.

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Gemütlich stoßen wir auf der Terrasse auf die erfolgreiche Etappe an und der Wirt serviert uns einen Chilischnaps (Na-Ja). Wir machen uns alle abendfein und die Kellnerin (pfiffig wie sie ist) erkennt sofort unsere neue Adjustierung. Peter geht daraufhin sofort in die Offensive ‚mir san alle verheiratet!!’ Kellnerin: ‚Schad, hab eich alle als potentielle Heiratskandidaten für mi gsegen’. – Zum Glück hat Peter unseren Familienstand erwähnt, wer weiss, wo wir heute wären!
Zum Abendessen gibt es zwei Hausplatten. Fritz beschwert sich fürchterlich, dass man mit Peter keine Platten essen kann – ‚ der isst ja nit zam’ – ja, ja Fritz selbst ist der Mann!
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   (de pfeifen ißt nit zam, nit zam)          

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    (i kennt zamm essen, wenn i wellt)

Ich darf aber erwähnen, dass diese Platte wahrlich keine Memmenportion ist. Es folgt unsere obligatorische Abendbeschäftigung und wir gehen sehr zufrieden schlafen.

7.Tag Dellach - Lienz

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In der Früh folgt der Frust, wir hören das schon vertraute Tröpfeln. Etwas demotiviert gehen wir Frühstücken. Nach dem sehr guten Frühstück hat der Regen zwar aufgehört, die Berge sind aber in Wolken gehüllt und wieder stirbt ein Plan

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(eigentlich von Dellach (606) nach Oberdrauburg (620); rauf nach Zwickenberg (1000) und über Vorderberg zum Wildseetörl (2.268); Steig/Trail bis 1.760 ab dann Weg bis Lainach(880); Asphalt nach Winklern (930) und über Iselsberg (1.200) nach Lienz (680))

Die ursprüngliche Tour ist zwar ein reiner Umweg und war von mir immer als Puffer geplant, nach den ‚durchwachsenen’ letzten Tagen hätte ich heute aber Lust auf einen ausgesetzte Tour (bei Sonnenschein).

Da die Bundesstrasse bereits auftrocknet, folgen wir dieser bis Oberdrauburg (620) und überlegen hier eine Variante über Zwickenberg einzubauen. Das Wetter ist aber noch immer undurchschaubar und wir beschließen bis Lienz (680) zu rollen. Kurz vor Lienz wird das Wetter wieder freundlicher und da wir noch Lust auf biken haben, bauen wir eine Runde über das Zettersfeld ein. Wir fahren über die anfangs steile Asphaltstrasse hinauf zur Faschingalm (1.662).
Kurz vor der Faschingalm beschwert sich doch plötzlich mein Magen über die vielen Grillteller der letzten Tage und verweigert die Mitarbeit. Mit einem leichteren Gang funktioniert das ganze aber dann doch noch.

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Von der Faschingalm geht es über Forstwege hinüber zur Zettersfeldbahn Bergstation (1.812). Das Gasthaus ist zwar noch geschlossen, aber ‚a Bier kriegs scho’. Also genießen wir noch ein Bier auf der Terrasse und brausen dann über die Zettersfeldstrasse hinunter nach Lienz.
Annemarie hat auch schon unseren Empfang vorbereitet und bei einen opulenten Fies (Osttiroler Steigerungsform von Tris), beenden wir doch noch zufrieden unsere heurige Transalp.

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Epilog

8.Tag Lienz – Hochstein und

9.Tag Lienz – Karlsbader Hütte

Am Samstag habe ich Ruhetag und spaziere mit der Famile zur Moosalm. Peter, Fritz und Martin fahren über den Stern zur Hochsteinhütte. Wir treffen uns mittags auf der Moosalm. Nach ausgezeichnetem Essen schließen wir endgültig unsere Transalp – Kasse (Gracie Martin). Am Sonntag fahren Martin und ich noch über die Dolomitenhütte zur Karlsbader Hütte (heftig) und nach dem Mittagessen in Lienz (Danke Mama), geht es zurück nach Innsbruck und Zirl.

Auch diese Gegend ist eine Reise wert, es gibt sehr viele, tolle Ausblicke und einige absolute Highlights. (Ewige Wand, Weg zur Blaa Alm, Stoderzinken, Goldeck).
Die Leute sind sehr bemüht und freundlich. Man ist einfach um jeden Gast froh. Die Preise sind auch Ok und mit Italien vergleichbar.

Leider hat uns das Wetter heuer ziemlich geärgert und mehrere Teil-Abschnitte waren daher nicht möglich. Bei wechselhaften Bedingungen kann man einfach die Gegenden und Aussichten nicht richtig genießen und man sitzt immer ein wenig auf ‚Nadeln’. Im Regen ist es sowieso nur nervig!
Die versäumten Abschnitte ab Rohrmoos möchte ich gerne in einer dreitägigen Partie nachholen und berichte dann natürlich hier davon.