Heimreise mit Hindernissen – oder: Wer braucht schon einen direkten Zug?
Der letzte Morgen begrüßt uns mit fünfzig Schattierungen von Grau. Es regnet, als hätte die Slowakei beschlossen, uns den Abschied möglichst schwer zu machen. Also werden die Räder und Taschen ins Auto geworfen und es heißt: Ab nach Hause!
Kaum nähern wir uns der österreichischen Grenze, scheint jemand den Wetter-Schalter umzulegen. Plötzlich wird es heller – typisch Österreich: Kaum ist man daheim, zeigt sich sogar die Sonne wieder.
In Wien wartet die nächste Herausforderung: Parkplatzsuche am Hauptbahnhof. Wer glaubt, Radfahren sei anstrengend, hat noch nie versucht, dort einen freien Parkplatz zu finden. Nach mehreren Ehrenrunden – vermutlich hätten wir dafür schon Maut verlangen können – entdecken wir tatsächlich eine Lücke. Ich verabschiede mich von Werner und Martin, die Richtung Innsbruck weiterfahren, und sprinte zum Bahnhof.
Der Zug nach Graz fährt in 15 Minuten. Das reicht locker ... denke ich. Ticket buchen, alles bestens, bis plötzlich die digitale Ohrfeige kommt: "Keine Fahrradmitnahme möglich." Danke für nichts! Also Plan B: 35 Minuten später fährt der nächste Zug – inklusive Platz für mein treues Zweirad.
Doch die ÖBB wäre nicht die ÖBB, wenn nicht noch eine Überraschung auf mich warten würde. Während der Fahrt kommt die Meldung: Strecke Kalsdorf–Werndorf gesperrt. Na gut, dann eben Multimodalverkehr. Bis Kalsdorf mit dem Zug, anschließend sechs Kilometer mit dem Fahrrad nach Werndorf, dort den nächsten Zug nach Leibnitz erwischen – fast, als wäre das alles von langer Hand geplant gewesen. Immerhin klappt es erstaunlich reibungslos.
Fast zeitgleich melden auch Werner und Martin ihre Ankunft in Innsbruck. Mission Heimkehr: erfolgreich abgeschlossen.
Fazit
Kulinarisch hat uns die Slowakei voll überzeugt. Essen und Trinken waren ausgezeichnet, und auch die Gastfreundschaft ließ keine Wünsche offen. Für spektakuläre Radtouren schlagen mein Herz und meine Waden aber weiterhin für Österreich und Südtirol. Berge, Pässe und grandiose Ausblicke sind eben schwer zu toppen.
Und so endet unsere Reise mit einer Erkenntnis, die wahrscheinlich schon Generationen von Reisenden gemacht haben: Man muss manchmal in die Ferne fahren, Umleitungen, Parkplatzsuche und Zugchaos inklusive, um festzustellen, dass es daheim doch einfach am schönsten ist.
Bis zur nächsten Tour – denn nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise!

Tanken ist günstiger wie bei uns...

Die Jungs haben Stau auf der Autobahn

und bei mir ist die Oberleitung defekt :-(