5. Tag - ca 2.600 Hm, 86 km – “chainsuck day”
Gosau – Paß Gschütt – Hochsattel – Wallingalm – Carl von Stahl Haus - Berchtesgaden
Helle Aufregung am Morgen! Baumaschinen starten um 7:00 ausgerechnet vor dem Hotel mit der Straßensanierung. Uns ist es egal - wir wollen ja los - der Rest der Hotelgäste und der Chef des Hauses finden das aber weniger lustig. Wir dürfen das „leicht“ eskalierte Gespräch mit dem Bauamtsleiter mitverfolgen. Ui Ui Ui da geht ganz schön die Post ab!
Am Morgen ist es noch etwas nebelig, doch der Wetterbericht ist wieder auf unserer Seite und wir starten nach dem Frühstück wohl gelaunt. Ganz versteht der Hotelchef zwar nicht, dass wir sein Reisegeschenk (Marmelade) nicht annehmen – wir überzeugen ihn aber doch von der Sinnlosigkeit dieses Unterfangens (Bei einer Flasche Wein hätte wir natürlich geschwächelt)

Empfehlung
Peter ist heute Reiseleiter und am Paß Gschütt entscheidet er sich für den direkten Weg nach Abtenau. Geplant war eigentlich ein Umweg über den Hornspitz.
Paß Gschütt
Wir rollen hinunter nach Abtenau und zweigen dort wieder auf unseren ursprünglichen Plan Richtung Hochsattel ab.

Nebelschwaden!!

…und die obligatorischen Bikeverbote
Durch den Nebel geht es auf einen schönen Forstweg hinauf zur Seitenalm – nach einem witzigen Schwätzchen mit dem alten Senner geht es über den durchaus fahrbaren Steig hinauf zum Sattel.

…cool!!

…wieder in der Sonne!!

Am Sattel..
Die Abfahrt liegt auf der Schattseite und ist daher etwas frisch. Nach den Häusern bei der „Grillseiten“ folgen wir dem neuen, aber sehr steilen Forstweg hinunter zur Straße.

etwas steiler…
Auf der Straße angekommen, machen wir gleich den nächsten Schlenkerer über die unberwirtschafteten Almen Heubergalm und Wallingalm.

am Weg zur Heubergalm
Dieser Umweg ist relativ unspektakulär und man kann ihn getrost auslassen.

vor der Wallingalm
Nach der Wallingalm geht es auf einem alten verwachsenen Forstweg hinunter und wir müssen knappe 20 Meter über einen Steig hinüber zum perfekt ausgebauten Forstweg queren – wahrscheinlich irgendeine Gemeinde- oder Forstgrenze hat den Zusammenschluss dieser zwei Wege verhindert!

Sinnfreie „nicht“ Verbindung

Am Forstweg hinunter nach Haarberg
Peter hätte ja noch einen Schlenkerer eingebaut, diesen lassen wir aber aus um wieder halbwegs in unseren Zeitplan zu kommen. Wir fahren auf der Bundesstrasse hinüber nach Golling und Peter kann mich gerade noch rechtzeitig überzeugen nicht auf die Autobahn abzuzweigen – rollt doch so gut!

Salzach
Wir überqueren die Salzach und fahren ins Bluntautal. Die Bärenhütte gefällt mir optisch nicht unbedingt – es ist aber höchste Zeit fürs Mittagessen und deshalb wird eingekehrt. Das Essen ist in Ordnung und frisch gestärkt starten wir zu den nachmittäglichen 1200 Höhenmetern – na Prost.

Schmeckts??
Es folgt ein absolut cooler Weg. Der schmale Forstweg zur Jochalm ist dem Berg richtig abgerungen und in endlos vielen und kurz aufeinander folgenden Kehren geht’s durch die Wand hinauf.

Impressionen…

…vom „Forstweg“..

…zur Jochalm

…kitschige Grotten sind auch dabei.
Jeder findet sein Tempo und Meter um Meter kurbeln wir hinauf.

Erster Blick zum Carl von Stahl Haus
Aber was graschelt denn da so verdächtig in meinen Antrieb – Zack und schon ist die Kette ab. Genervt flick ich die Kette und bald geht es weiter.

Chainsuck UNO
Ja, genau – keine 50 Höhenmeter später reißt das Ding zum zweiten Mal. Meine Begeisterung ist grenzenlos!
Chainsuck DUE
Der Schaden ist zwar wieder gleich behoben, irgendwie bin ich aber froh, dass es nach der Jochalm im Schiebemodus weitergeht.

Am Steig zum Joch
Der Übergang ist genial und die 300 Höhenmeter schieben sind recht kurzweilig. Die Blicke am Joch sind super und bei Topwetter am Carl von Stahl Haus ein Weißbier genießen – es gibt Schlimmeres. Allerdings ist die Kellnerin etwas verwirrt und nur mit einiger Mühe kommen wir zu unseren wohlverdienten Bier.

Wird gerade saniert

Richtung Berchtesgaden

Fritz ist auch schon da!!

Sollen wir da auch noch rauf??

Geht’s schon wieder??

Es geht uns gut!!
Nach gemütlicher Rast gehen wir die Abfahrt nach Berchtesgaden an. Zuerst geht es sehr steil, aber unproblematisch hinunter. Extrem viele Wanderer sind unterwegs, aber das dürfte in diesem Eck wohl eher normal sein. Irgendwie versäumen wir eine Abzweigung und kommen daher in den Genuss von einigen Sonderhöhenmetern. Beim ersten kurzen Gegenanstieg geschieht dann das Unglaubliche - Kettenriss – Schnauze voll.

Chainsuck TRE
Fritz sieht jetzt das eigentliche Problem – mein Schaltauge ist total verbogen! Ganz sanft (genau - wir und sanft!) versuchen wir es in die richtige Richtung zu biegen. Ich trete danach nur noch ganz vorsichtig und glücklicherweise kommen wir ohne nennenswerte Gegenanstiege und Kettenrisse bis Berchtesgaden.

Views bei der Abfahrt



kurz vor Berchtesgaden

Den Abstecher zum Königsee lassen wir aus Zeitgründen aus (Da hat ja einer ständig die Kette flicken müssen) und werden unterkunftstechnisch bald fündig.

Juhui!!

Yammi!!
Ich drehe noch eine Extrarunde auf der Suche nach einem Radgeschäft – irgendwie fehlt mir aber die nötige Motivation und ich kehre bald zum gemütlichen Biergarten zurück (oder war der Biergeruch stärker!?)
Wir stoßen auf den heutigen Tag an und füllen Kalorien nach. Nach dem Beautycheck genehmigen wir uns noch ein paar Weißbiere im Lokal. Ich wende meinen ganzen Charme an, um das Frühstück nach vorne zu verlegen – (k)ein Wunder, dass ich nicht einmal fünf Minuten heraushole. Bestechung in Form eines Aperol Spritz hilft mehr – viel ist aber nicht heraus zu holen! Lustig ist der Abend allemal und bis zur Last Order halten wir auch wieder aus.