Von Karakol nach Bischkek

Transfer 407km, 1.047Hm

Morgen begrüßt uns mit Nieselregen und tiefhängendem Nebel – perfektes Wetter, um das Rad stehen zu lassen. Für Bernard ist es ohnehin gut, dass heute die Rückfahrt nach Bischkek ansteht, wo sein Heimflug wartet. Um 9 Uhr schreibt Alex: „Abfahrt!“ Wir frühstücken in Ruhe und packen zum wiederholten Mal unsere Sachen.

Bevor wir die Stadt verlassen, gibt es noch einen kurzen kulturellen Abstecher: Wir besuchen die russisch-orthodoxe Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem 19. Jahrhundert und die Dungan-Moschee, die in der Form einer chinesischen Pagode erbaut wurde. Beide Gebäude bestehen vollständig aus Tian-Schan-Fichtenholz – und das Erstaunlichste: Sie wurden ohne einen einzigen Nagel errichtet.

Dann rollen wir los, entlang der Nordseite des Issyk-Kul-Sees, der sich stolze 180 Kilometer lang erstreckt. Die Küstenstraße ist im Bau – und in Kirgistan bedeutet das eine ganz eigene Bauweise: Fünf Kilometer vierspuriger Asphalt wechseln sich mit fünf Kilometern Schotterpiste ab, auf denen abwechselnd die linke oder rechte Fahrspur aufgeschüttet wird. In einigen Jahren, wenn die Strecke komplett fertig ist, wird sich die heutige Fahrzeit von neun Stunden wohl auf vier Stunden verkürzen.

Zur Mittagszeit kehren wir in einer Pizzeria ein. Diesmal muss Bolot "nur" 40 Minuten auf seine Nudeln warten. Am westlichen Ende des Sees beginnt schließlich eine durchgehend asphaltierte Straße, und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit springt deutlich nach oben – sehr zur Freude aller, nur Bernard spürt mit seiner verletzten Schulter jedes Schlagloch doppelt.

Am Abend erreichen wir Bischkek und kämpfen uns durch den zähen Feierabendverkehr bis zum Hotel Olive. Die Zimmer sind schnell bezogen, und nur wenige Minuten später sitzen wir im Restaurant „Istanbul“ gleich um die Ecke. Martin übernimmt routiniert die Bierbestellung – schließlich hat er vom letzten Mal ein Foto des Biers gespeichert. Alles passt: Fritz bestellt eine Pizza Quattro Formaggi und entscheidet sich auf die Frage „groß oder klein?“ selbstverständlich für grande – nur um nach der Hälfte festzustellen, dass er keinen Mitesser findet.

Nach dem Essen spazieren wir gemütlich zurück zum Hotel. Morgen wartet der große Basar – und wir sind schon voller Vorfreude.

unser japanisches Guesthouse

alles in der Waage

Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit



Dungan-Moschee

frisch asphaltiert

Strassenbau in Kirgistan

​lecker

Rechnen in Kirgistan - 1+1=3

der ist überall!

Prost im Restaurant Istanbul