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2.Tag - ca. 1.780 Hm + 700 geschummelt, 47 km – „Chickenexit“

Klosters – Durannapass – Langwies – Arosa – Hörnli - Lenzerheide

Tag2 28.06.2010 _ 00_00_00.

Wir sind sogar vor der Pensionistentruppe beim ausgezeichneten Frühstück. Beim Bezahlen erhalten wir sogar einen „Österreicher“-Rabatt (der Wirt ist ein Steirer), der Rabatt nützt in der Schweiz aber relativ wenig.

Die Preise in der Schweiz?  Die spinnen, die Schweizer – man kann mit den doppelten Preisen für alles rechnen! Ja, ja – Nationalstolz will finanziert werden.

Weiter führt uns der heutige Transalptag auf klassischen Wegen.

Tag2 28.06.2010 _ 07_20_14.

Blick Richtung Durannapass

Zuerst fahren wir durch Klosters Dorf (1.128) hinüber auf die andere Talseite und folgen dem in gemütlicher Steigung angelegten Forstweg.

Tag2 28.06.2010 _ 07_28_26.

…durch Klosters

Tag2 28.06.2010 _ 07_31_42.

Zuerst ohne Aussicht im Wald, später mit sehr schönen Blicken hinüber aufs Rätikon.

Tag2 28.06.2010 _ 07_31_50.

Bei Traumwetter…

Tag2 28.06.2010 _ 07_37_30.

…geht es über den gemütlichen Forstweg

Tag2 28.06.2010 _ 08_28_06.

Richtung Corteser Schwendi

Tag2 28.06.2010 _ 08_28_12.

…die Aussichten sind genial!!

Ab den Schihütten beim Corterser Schwendi (1.657) folgt eine kurze Schiebeeinlage zur Fideriser Durana (1.849).

Tag2 28.06.2010 _ 08_40_01.

Einiges kann man fahren, teilweise ist der Weg aber zu verblockt oder einfach zu steil. Bevor man wieder in den Forstweg mündet, durchquert man einige sumpfige Wiesen. Über diese hat man aber netterweise ein paar Holzbretter als Behelfsbrücken gelegt und so werden wir nicht nass.

Tag2 28.06.2010 _ 08_52_48.

Das ist die steilste Schiebestelle – sonst kaum ein Problem

Tag2 28.06.2010 _ 08_56_38.

Der Forstweg führt dann wieder ohne Probleme bis zur oberen Alm (2.054). Wetter und Blicke? – Traumhaft!!

Tag2 28.06.2010 _ 08_40_20.

Ab der Alm wird der Weg eine etwas „offroadigere“ Wellbrettpiste. Diese ist aber bis zum Durannapass (2.120) problemlos zu befahren. Kurz vor dem Pass wird der Weg zum Weglein, aber auch dieses stellt kein größeres Hindernis dar.

Tag2 28.06.2010 _ 09_32_42.

Am Pass? Geniale Blicke genießen, Umziehen, Fotosession machen!!

Tag2 28.06.2010 _ 09_56_40.

Im Hintergrund der Weissfluh (oder das?)

Tag2 28.06.2010 _ 09_56_32.

Es folgt der biketechnisch unspektakuläre Trail bis zum Bargaboden (1.980) und ab hier folgen wir dem Forstweg nach Strassberg (1.919).

Tag2 28.06.2010 _ 10_02_52.

Im Hintergrund die Berge um Arosa

Tag2 28.06.2010 _ 10_02_56.

Was ist den das für ein Klappern an meinen Rad? – Mein treuer Flaschenhalter hat seinen Dienst quittiert! Was soll das? War doch maximal zehn Jahre alt.

Tag2 28.06.2010 _ 09_58_28.

Das Ende des einfachen Trails

Tag2 28.06.2010 _ 10_14_18.

danach geht es auf einen Forstweg weiter

Tag2 28.06.2010 _ 10_11_02.

Strassberg ist ein kitschiges Almdorf, aber irgendwie nett anzusehen.

Tag2 28.06.2010 _ 10_15_52.

Tag2 28.06.2010 _ 10_17_06 01.

Blick zurück nach Strassberg

Nach Strassberg wollte ich ja eigentlich einen Trail probieren, ich finde aber irgendwie die Abzweigung nicht und so folgen wir der witzigen schmalen Asphaltstraße durch eine lange Lawinengalerie und landen schließlich in Langwies (1.377). Weiter geht’s über die verkehrsarme Bundesstraße.

Tag2 28.06.2010 _ 10_40_02.

Was ist denn jetzt schon wieder? Speichenriss bei Martin! Die defekte Speiche wird entfernt und wir beschließen, die Reparatur zu Mittag fortzusetzen.

Tag2 28.06.2010 _ 10_43_38.

Wir rollen auf der Straße weiter bis Litzirüti (1.446)und biegen in den Fußweg nach Arosa ein. Dieser recht steile Weg und die hohe Temperatur sorgen für einige Schweißperlen (eher wohl Schweiß-Bäche). Eine Gämse auf der anderen Bachseite beobachtet uns und mir scheint sie ist etwas belustig über unser Plagen.

Tag2 28.06.2010 _ 10_45_56.

netter Wasserfall am Wegesrand

Tag2 28.06.2010 _ 11_14_00.

wer sieht die Gämse??

Wir erreichen den Stausee unterhalb von Arosa. Der Blick auf den See und die schneebedeckten Bergen ist absoluter Kitsch – wow

Tag2 28.06.2010 _ 11_22_38.

beim Stausee

Tag2 28.06.2010 _ 11_22_42.

Wir fahren hinauf nach Arosa (1.731). Teilweise hässlicher Skiort, teilweise aber auch sehr ansprechende Blicke (Untersee, Obersee).

Tag2 28.06.2010 _ 11_34_08.

Verlockendes Schwimmbad, aber wer will bei 30 Grad schon baden?

Tag2 28.06.2010 _ 11_53_41.

Obersee, mit Fontäne

Tag2 28.06.2010 _ 11_41_20.

Posing am See

Etwas ziellos kurven wir rund um den See. Es will uns kein Gasthaus so richtig gefallen. Bei einem Bikeshop am See bekomme ich Ersatz für meinen Flaschenhalter. Nach weiterer Irrfahrt ziehe ich die Reiseleiteroption und Peter soll das Gasthaus wählen – da wird Martin nervös – ob Peter das schon kann? Innerhalb von Sekunden findet Martin eine Pizzeria und dort gibt es endlich Bier und Futter. Martins Speiche wird ersetzt und Fritz montiert gleich meinen neuen Flaschenhalter – Danke!!

Preise? 20 – 25 Fränkli für eine Pizza, den Rest kann man sich ja vorstellen. Allerdings stehen wir jetzt vor einem anderen Problem. Ein Anruf bei der Hörnlihütte ergibt, dass es unter der Woche keine Nächtigungsmöglichkeit gibt. Die ganze Fahrt von Arosa über die Hörnlihütte nach Lenzerheide ist uns für den Nachmittag etwas zu heftig. Wir probieren daher eine „Chickenexit“ Variante zu testen, klappt diese nicht, nächtigen wir einfach in Arosa.

Also auf zur Hörnlibahn!

Seltsame Bräuche in der Schweiz, Teil 2 – Dialog Werner mit dem Liftwart:

Liftwart: „Ja, Räder werden transportiert, aber die Trailabfahrt ist gesperrt. Die Querung nach Lenzerheide ist seeeeehr gefährlich, da zu 50% mit Schnee bedeckt.“ Werner: „OK, wir fahren einfach hinauf und falls uns die Querung zu gefährlich ist, fahren wir halt wieder herunter.“ Liftwart: „Nein, das ist verboten – auch über den Forstweg.“

Wir werden also für 13 Fränkli ins Verderben geschickt. Ich höre auf, mit dem Typen zu reden, vielleicht bemerkt er ja sonst seinen eigenen Widerspruch

Welch Leistungsexplosion!! 700 Höhenmeter in fünf Minuten – Ja was war denn da in dem Grappa?? So ein Chickenway ist gar nicht so schlecht!

Tag2 28.06.2010 _ 13_36_50.

Ganz schön bequem

Tag2 28.06.2010 _ 13_51_40.

Der Kessel vom Hörndli (2.511) hinüber zum Urdenfürggli (2.546) sieht wirklich nach sehr viel Mühe aus. Da ich heuer schon einige Schneefelder durchquert habe, hält sich meine Begeisterung in Grenzen.

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Blick vom Hörndli zum Urdenfürggli

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Wir beschließen aber, die Querung zu testen und im Zweifelsfall (trotz Verbot) umzukehren. Das erste Stück zum Schneefeld ist bereits aper und natürlich mache ich vor der versammelten Menge gleich einen Abgang. Dieser ist zwar nicht so schlimm, meine Trinkflasche scheint aber den neuen Halter noch nicht gewohnt zu sein und macht sich selbstständig. Das Hinterherlaufen im steilen Gelände ist dann die gefährlicher Aktion – aber die Trinkflasche fühlt sich doch bei mir wohler und so kann ich den Ausreißer dingfest machen.

Tag2 28.06.2010 _ 13_56_56.

…hab die Flasche wieder!!

Normalerweise kann man bis zur Senke (2.400) durchfahren, heute sind uns jedoch Schneefelder im Weg. Aber das Glück bleibt uns hold, der Schnee hält und dankenswerter Weise sind bereits zwei Wanderer vor uns diesen Weg gegangen. Diese Spuren helfen ungemein. Wir wenden wieder den Tragemodus an, der Schnee ist nämlich unglaublich patzig und beim Schieben hängt nach kurzer Zeit jede Menge von dem weißen Zeug am Rad. Durch den Schnee wird die Querung zum Urdenfürggli (2.546) zur total coolen Aktion und auch die letzte steile Passage zum Joch ist bald erledigt.

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etwas rutschig

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schon wieder Tragemodus

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Langsam können wir das schon richtig gut!

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Nach knappen 50 Minuten stehen wir an der „Cima Coppi“, dem höchsten Punkt unserer heurigen Transalp und genießen die Blicke. Natürlich sind unsere Schuhe total durchnässt, bei diesen Temperaturen ist das aber nebensächlich.

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Viel höher wäre bei den heurigen Schneeverhältnissen auch nicht gegangen!!

Nach den üblich „Jochtätigkeiten“ starten wir den Downhill. Zuerst geht es über verblocktes Gelände und noch ein Schneefeld im Schiebemodus, danach folgen wir dem breiten, steilen Weg hinunter.

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Kaum 50 Höhenmeter sehr steil, danach…

Tag2 28.06.2010 _ 15_05_20.

auf breiten, steilen Weg über die Schipisten

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Tag2 28.06.2010 _ 15_05_21.

Blick Richtung Lenzerheide

Tag2 28.06.2010 _ 15_15_48.

Irgendwann wird mir das Forstpistenhöhenmeter-vernichten doch zu fad und wir folgen einem ausgeschilderten trailigeren Weg. Der ist etwas lustiger und auch problemlos zu fahren. Bevor wir nach Lenzerheide (1.474) kommen, liegt rechterhand das Berghotel Crest da Ota. Na, da checken wir doch ein.

Fast etwas unmotiviert wirkt die Belegschaft. Warum sollte man auch mit vier Bikern ein Geschäft machen wollen, wenn sonst nix los ist? Kurz darauf kommt die Chefin des Hauses und wittert doch das Geschäft mit uns.

Tag2 28.06.2010 _ 15_39_02.

Seltsame Bräuche in der Schweiz, Teil 3:

Ein halber Liter Bier heißt hier Kübel – seltsam, sonst verniedlichen sie alles und wegen eines halben Liters werden gleich Superlativen heraus gezaubert.

 Seltsame Bräuche in der Schweiz, Teil 4:

Weiter geht es mit den seltsamen Sitten in der Schweiz. In Italien bin ich ja froh, wenn ich bereits um 19:00 was zu essen bekomme. In der Schweiz wird man um 19:00 höflich informiert, dass der Koch um 21:00 Schluss macht und wenn wir noch was essen wollen … ja, ja wir trollen uns ja schon zum Beautycheck und schauen, dass wir unser Geld loswerden können.

Wahrscheinlich weil das Umsatzsoll bereits durch die „Kübel“ erreicht wurde, bekommen wir jetzt statt A la Carte doch noch Halbpension angeboten. Das Essen ist ausgezeichnet.

Seltsame Bräuche in der Schweiz, Teil 5:

Danach kommt wohl die witzigste Aktion mit der Schweizer Mentalität. Nachdem ich einen halben Liter Wein von dem offenen Roten ordere, folgen meine Blicke verwundert dem aufgeregten Kellner, der mit den verschiedensten Flaschen hantiert. Nach einiger Zeit meldet er, dass dieser Wein nicht in Halbliter Flaschen zur Verfügung steht – darauf ich: „Ich meinte einfach offen!“ – Ein sehr verdutzter Blick und die Antwort: „Ein halber Liter? Nein, ich kann den in 1 Deziliter oder zwei Deziliter haben“ – schelmisches Lächeln meinerseits: „und  wie wäre es mit fünf Deziliter?“ – Da hat er’s kapiert!

Diese Hotelbelegschaft ist  schlauer als die in Klosters. Es gibt in der Gaststube einfach keinen Fernseher, also verziehen wir uns mit zehn Deziliter Roten (ja, auch das geht) aufs Zimmer und geben uns das WM Spiel. Buona Notte

Tag2 28.06.2010 _ 20_05_30.