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3.Tag - ca. 1960 Hm, 86 km – „Bella Italia“

Lenzerheide – Tiefencastel – Septimerpass - Chiavenna

Tag3 29.06.2010 _ 00_00_00.

Das Frühstück können wir hier auch auf 7:30 vorverlegen und weil es ausgezeichnet schmeckt, gibt es eine Empfehlung (natürlich abgesehen von der Preisgestaltung).

Tag3 29.06.2010 _ 07_20_04

Glaube ich nicht, ich habe heute ja Reiseleitung

Da wir durch die gestrige Leistungsexplosion einen halben Tag vor Plan liegen, beschließe ich, heute den Septimerpass mitzunehmen – bin ja schließlich heutiger Reiseleiter.

Es ist zwar noch etwas frisch, verwende meine neuen Beinlinge aber wohl eher aus Testzwecken, denn richtig kalt ist es nicht. Wir rollen hinunter nach Lenzerheide und folgen der Autostrasse nach Tiefencastel (856).

Tag3 29.06.2010 _ 07_34_52

…schon wieder schönes Wetter!!!

Tag3 29.06.2010 _ 07_39_02

Tag3 29.06.2010 _ 07_41_20

Blick Richtung Julierstrasse – rechts oben der Ort Mon

Tag3 29.06.2010 _ 07_49_22

Tiefencastel

Der folgende Track ist eine sehr reizvolle Umfahrung der Julierpassstrasse. Über die verkehrsarmen Straßen geht es hinauf zu den Dörfern über dem Tal

Tag3 29.06.2010 _ 07_57_58

Tag3 29.06.2010 _ 07_58_12

Die Sonderhöhenmeter werden mit schönen Aussichten belohnt und die Fahrt ist sehr kurzweilig. Über dem ausgeschilderten Radweg geht es erst hinauf nach Mon und Salouf.

Tag3 29.06.2010 _ 08_33_36

Tag3 29.06.2010 _ 08_43_28

Danach hinunter nach Savognin und immer auf Nebenwegen nach Tinizong (1.207). Von hier führt der Radweg durch den Wald nach Rona (1.411).

Tag3 29.06.2010 _ 08_40_36

…schön

Tag3 29.06.2010 _ 08_57_10

…schöner

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…auch nett

Tag3 29.06.2010 _ 09_08_36

…Bad gefällig

Tag3 29.06.2010 _ 09_12_42

…Savognin

Tag3 29.06.2010 _ 09_23_54

…am Radweg nach Tinizong

Die ganze Zeit über nervt mich meine Schaltung, irgendwie kann ich drehen wie ich will – ein Gang hüpft immer. In Rona schau ich mir das ganze genauer an und bemerke erst jetzt das komplett lockere Schaltauge. Glücklicherweise hat Peter das gleiche Rad wie ich und so kann ich es gleich als Referenz für die Einstellung des Schaltauges benutzen. Danke Peter!

Diesen technischen Halt nützt so ein frecher „ohne Rucksack“ Fahrer für ein Überholmanöver – na warte – nach 200 Höhenmetern ist er gestellt und etwas gejagt bis er sich ergibt - das hat Spaß gemacht!

Tag3 29.06.2010 _ 10_10_00

gleich hab ich ihn

Von Rona geht es auf der anderen Talseite Richtung Alp Flix. Die Auffahrt ist wieder mit traumhaften Blicken gespickt.

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der hohe links, dürfte der Piz Platta sein

Tag3 29.06.2010 _ 10_51_06

Tag3 29.06.2010 _ 10_49_18

..schöner Blick zum Stausee

Die Alp Flix  lassen wir bei der Pale Radonda (1.864) links liegen und fahren hinunter zur Straße (1.644) und noch ein kurzes Stück hinauf zum Stausee Marmorera (1.695). Wieder „nice View“ und das Wetter ist nach wie vor traumhaft.

Tag3 29.06.2010 _ 11_10_40

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Von hier würde es auch noch eine Umfahrung der Strasse geben, der Hunger ist jetzt aber größer als die Angst vor den Autos und wir fahren daher auf der Strasse hinauf nach Bivio (1.770).

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Tag3 29.06.2010 _ 11_33_10

Ein Gasthaus (Hotel Solaria) ist auch bald gefunden und wir gönnen uns eine sehr gute und ausgedehnte Mittagspause.

Tag3 29.06.2010 _ 11_38_52

Heute lernen wir ausnahmsweise etwas von einer Schweizerin. Als Fritz, Martin und Peter eine Nachspeise bestellen und ich dankend ablehne, wird diese mit der Meldung „Für die Kinder“ serviert. Cafe und Grappa dann „Für die Eltern“ – Das ist einmal ein netter Schweizer Brauch

Nach dieser absolut empfehlenswerten Umfahrungsaktion geht es jetzt zum Septimerpass.

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die Auffahrt zum Pass

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steil und heiß

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aber hübsch

Der Weg ist sehr steil angelegt und kostet einiges an Druck auf die Pedale. Da er aber im perfekten Zustand ist, stellt er kein gröberes Problem dar. Knappe 100 Höhenmeter unterhalb des Passes fährt man durch eine witzige flache Hochebene, danach geht’s aber wieder steil weiter. Von unten kann man schon das Kreuz sehen, aber nein, das ist noch nicht der Pass – keine Sorge! Danach ist es wirklich nicht mehr weit.

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jetzt ist es nicht mehr weit…

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Optisch gibt es wieder Höchstpunkte und das Schneefeld am Pass wird gleich als Eyecatcher für die Fotos genutzt.

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Eine Schweizer Bikertruppe trifft vom Forcellina kommend am Pass ein. Die schauen so aus, als hätten sie eine „Bike-durch-den-Schnee-tragen“-Aktion hinter sich! So was würden wir doch nie machen

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auf zur Abfahrt…

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…hat noch wer ein Bedürfnis

Abwärts folgen wir dem Forstweg, der bald in einem Steig mündet. Jetzt wird es etwas mühsam. Der erste Teil des Trails ist zwar gut fahrbar, einige Altschneefelder und die vielen Bäche der Schneeschmelze erschweren diese Aktion jedoch etwas. Sonst sollte der Abschnitt bis zur Römerbrücke aber ein kleineres Problem darstellen. Die „Römerbrücke“ ist dann der Eyecatcher schlechthin und Fotostopp ist natürlich Pflicht!

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Danach wird’s schlicht und ergreifend „holprig“. Im Weg sind jede Menge Steinplatten quer eingelassen und irgendwann nervt das Gerüttel ganz gewaltig. An manchen Stellen ist der Steig durch das Schmelzwasser sehr nass und rutschig. Andere Stellen sind verfallen und teilweise sehr schwierig zu befahren. Im Großen und Ganzen können wir viel fahrend bewältigen, das ständige Absteigen  zwischendurch mindert den „Flow“ aber ganz gewaltig. Spaß ist für uns was anderes – Qual ist es aber keine.

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…auch noch andere verwegene Brücken

Tag3 29.06.2010 _ 15_00_18

…hier geht’s noch halbwegs

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…das ist

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…schon etwas kniffeliger

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…der letzte Teil ist wieder einfacher

Wir münden bei knapp 1.900 in einen Forstweg ein und folgen diesem bis nach Casaccia (1.460).

Dieser Weg macht nach dem Gerüttel wesentlich mehr Freude. Alles in allem (vor allem wegen der netten Aussichten) gibt es trotzdem noch ein „OK“ für den Septimerpass.

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In Casaccia fährt man üblicherweise nach links über den Maloja Pass nach St. Moritz um dort einige Highlights abzuklappern. Aber ich habe mir ja den Comersee eingebildet und daher fahren wir nach rechts. Martin will gleich im ersten Hotel einchecken – unbeeindruckt sage ich nur „diese Richtung 10 Kilometer – Italien – kurbeln“. Die Schweizer Preise nerven mich jetzt nämlich schon etwas. Schamlos spiele ich daher die Macht des Reiseleiters aus, hat auch seine Vorteile Reiseleiter zu sein.

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…Blick nach Cassaccia

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…auf dem Weg ins gelobte Land

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…und noch ein netter Wasserfall

Es ist dann noch ein schönes Stück bis zur Grenze und anfangs kann ich in Italien keine motivierte Unterkunft entdecken. So vernichten wir 1000 Höhenmeter auf Asphalt mit der Herbergssuche. Erst am Ortsanfang von Chiavenna (327) werden wir fündig. Wir werden mit einer französischen Truppe verwechselt, die erst später eintrudelt, nach Aufklärung der Verwechslung gibt es auch für uns Zimmer mit Halbpension.

 Auf dieser Seehöhe spürt man die Hitze ganz extrem (Ist das jetzt Jammern auf hohem Niveau?). Wir benötigen einige Bierchen, um unseren Mineralhaushalt auszugleichen. Nach Waschtag am Zimmer und Beautycheck ist Abendessen angesagt!

Bella Italia! Dreigängiges Menü, jede Menge Wein, Cafe und Grappa, Fußball in der Hotelbar und niemand geht vor uns schlafen! Es ist doch so einfach, uns zufrieden zu stellen!