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4.Tag - ca 2.700 Hm, 51 km – “Sinn des Helms?”

Toblach - Marchkingkele - Toblacher Pfannhorn - Gruber Lenke - St.Martin - Gsieser Törl - St.Jakob

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...sieht doch schön aus, unsere Unterkunft ;-)

Nein, das Hotel Tschurtschenthaler ist ausgezeichnet. Das reichliche Frühstück gibt es schon ab 7:00 Uhr und wir versuchen möglichst viele Kalorien in uns hinein zu stopfen. Fritz schwächelt aber schon beim Frühstück - na das wird heute noch spannend!

Wir starten zu unserer heutigen “Morgengabe”. Bis zum Marchkingkele warten 1.300 Höhenmeter am Stück auf uns.

...Schilderwald

...Blick zu den Sextner Dolomiten

Die Auffahrt kennen wir ja bereits. Zuerst geht es etwas unrhythmisch ins Silvestertal hinein. Danach folgt die in schöner Steigung angelegte Militärstraße. Die “Spaziergänge” der letzten Tage haben aber in den Muskeln ihre Spuren hinterlassen und wir kommen nur sehr langsam voran. Fritz hat auch noch extrem Knieprobleme - Anscheined hat er nicht nur den Bandlwurm verloren sondern dafür auch noch einen innerer Schweinehund bekommen! ;-)

...Blick zum Pfannhorn

...das Panorama ist genial

...dürfen’s a paar mehr Kehren sein?

...stoneman-trail Stempelstelle - im Hintergrund Marchkingkele Bunker

Am Marchkingkele warten wir sehr lange auf Fritz. Sein Knie möchte zwar schon lange nicht mehr - aber wie üblich ist das dem Kopf von Fritz egal und er will noch auf alle Fälle weiterfahren.

...Bunker Blankenstein

Es folgt das nächste Experiment. Über den Weg zum Pfannhorn gibt es nur spärliche, aber relativ positive Beschreibungen. Zur Gruberlenke und vor allem hinunter nach St.Michael gibt es nichts!

Also daher eine ausführlichere Beschreibung: Hinüber zum zweiten Bunker führt der Steig zwar ausgesetzt am Hang entlang, man kann aber fast alles fahren. Nach dem Bunker kommt eine kurze Steigung die bald schiebend erledigt ist.

Dann führt der Steig 100 bis 150 Höhenmeter hinunter in eine Senke mit einer kleinen Lacke. Alles fahrbar, aber leider müssen diese Höhenmeter wieder aufwärts gemacht werden. Es folgen knappe 300 Höhenmeter zum Pfannhorn. Der ehemals gute Militärpfad ist inzwischen mehr oder weniger verfallen. Entsprechend können wir ihn aufwärts auch nur zum Teil fahrend bewältigen. Es ist auch viel Schiebe- und etwas Tragearbeit dabei.

...nicht ganz zum Kreuz - aber fast!

Knapp unterm Kreuz des Pfannhorns führt der Steig um den Gipfel herum und fällt dann zum Pfanntörl ab. Wieder warte ich einige Zeit auf Fritz. Jetzt wird kritisch, ab hier ist umdrehen sinnlos und mit einen lädierten Knie die Gruberlenke hinunter schieben?

Hinüber zum Pfanntörl und den nächsten Bunkern ist glücklicherweise alles fahrbar. Nach den Bunkern geht es nochmals kurz schiebend bergauf.

...Hühh Hüüpf!

Danach geht es rund ums Gaishörndl auf witzigen Steinplatten hinüber zur Gruberlenke. Der Weg ist mit den Platten quasi gepflastert und wir können relativ einfach hinüber fahren.

...wieder was für die Romantik!

...Na, Ja - manche schieben lieber.

Es folgt ein Geschenk! Das haben wir uns heute aber auch verdient! Die knappen 600 Höhenmeter hinunter zur Forststraße sind komplett fahrbar. Steil und etwas ausgesetzt aber maximal auf S1/S2 Niveau. Einfach Suuuuper.

Für Fritz ist das ein Segen! Sein Knie hätte jetzt nicht mehr mitgespielt.

Kurz vor der Einmündung in den Forstweg, versuche ich eine etwas schwierigere Stelle zu überwinden und es kommt, wie es kommen muß!

Irgendwie verkantet sich mein Vorderrad ganz blöd und ich mache einen klassischen Highsider. Da ich diesen quasi aus dem Stand mache, passiert das Ganze recht “langsam” und ich versuche mich noch mit den Händen abzufangen. Ich rutsche dabei aber mit den Händen ab und knalle mit voller Wucht mit dem Kopf gegen einen Felsen!

Hat der Helm einen Sinn? Ja! Gnädigerweise befindet sich dieser zwischen Felsen und Kopf! Die Brille die sich auch noch dazwischen befindet, wird dabei zwar zerbrochen und hinterlässt ein Cut am Auge - aber das war’s. Das hätte definitiv schlimmer ausgehen können.

Fritz spielt sofort seine Sanitäter Qualitäten aus und ich werde professionell Erstversorgt.

Trotz dieses mehr als glücklichen Ausganges, bin ich über meine eigenes Unvermögen “angefressen”!

...wo bleibt das Lächeln?

Die 700 Höhenmeter Forstweg hinunter nach St.Martin sind extrem steil und umgekehrt möchte ich diesen Weg nicht testen.

...steil

In St.Martin kehren wir gleich beim Kirchenwirt ein und es gibt erst einmal ein Bier auf diesen Schrecken

Kriegsrat ist angesagt!

Erstens versorgt mich Fritz einmal richtig - das schaut zwar nicht hübsch aus - aber es hält.

Zweitens kann Fritz nicht mehr weiter - mit den Knieproblemen kann er nicht mehr übers Gsieser Törl.

Schon etwas komplizierter, aber lösbar. Da Martin heute ja virtueller Reiseleiter ist, haben wir vor der Tour ein Treffen in St.Jakob vereinbart. Also schnell Martin anrufen und der Umweg über St.Martin (wie sinnig) ist für ihn kein Problem. Kleines Nebenfeature - wir bekommen dadurch sogar einen Gepäckstransport und können das Gsieser Törl Ballast-frei in Angriff nehmen.

...der Primar bei der Arbeit

Drittens wir haben Hunger und Durscht! Aus diesem Schlamassel hilft uns der Kirchenwirt vorzüglich heraus.

Das Gsieser Törl kenne ich bereits. Zuerst folgen wir der Strasse bis zur  Talschluß-Hütte und dann geht’s auf den noch recht gemütlichen Forstweg bis zur Kradorfer Alm.

Dann wird es immer steiler und ein gutes Stück unterhalb der Oberberg Alm stellen wir endgültig auf Schiebemodus um. Das letzte steile Stück wird gerade neu gebaut und sollte daher ab 2013 fahrbar sein.

Ab der Oberberg Alm geht es dann auf den inzwischen zum Steig verfallenen Karrenweg schiebend, aber Problemlos weiter bis zum Törl.

...das Wetterglück ist uns weiter hold

...am Gsieser Törl - da waren es nur noch zwei

Jetzt wir es desaströs. Ich hatte die Abfahrt von Gsieser Törl nicht unbedingt gut im Kopf - aber so einen Scheiß! Ja, das darf ich bei diesen Semmel schreiben.

Der oberste Teil geht noch am besten. Da stören nur die verblockten Stellen. Manches können wir sogar fahren - es rentiert sich aber nicht wirklich aufzusteigen.

Dann ist es nicht nur verblockt, sondern es kommen auch noch einige sumpfige Stellen dazu. Natürlich ist der Steig auch von Latschen überwuchert und diese helfen natürlich ungemein.

Ein absolutes No Go!

Im Talgrund kann man sich dann zwischen dem Steig über die Blindisalm oder Lappachalm entscheiden. Die Blindisalm kenne ich schon und daher wird die Lappachalm angesteuert.

Zuerst scheint die Entscheidung goldrichtig gewesen zu sein. Erst geht es zwar noch ein Stück in der gatschigen Kuhpfad-Variante weiter, dann wird der Steig aber breiter und fahrbar. Voller Vorfreude steuern wir die Lappachalm an. Diese ist zwar bewirtschaftet - aber im Old Style! Wir treffen zwei alte Senner und ein paar Kühe die hier ihr Ausgedinge finden. Weit und breit keine einladende Bank mit Sonnenschirm und entsprechender kulinarischer Versorgung. Verdächtig erscheint mit auch, dass es durch die Alm gatschig und ohne erkennbaren Weg geht.

Nach der Alm wird der Steig zwar fahrbar - aber nur kurz. Bald geht es im oberen S3 Level weiter und wir können wieder unsere Qualitäten in der Schiebevariante unter Beweis stellen.

Bergabwärts gehende Touristen die unsere Laune mit “Warum fahren sie den nicht?” aufhellen wollen, schrammen nur knapp an einer “festen Watschen” vorbei!

Nach knapp 400 Höhenmetern münden wir endlich an einen Forstweg und rollen frustriert Richtung Maria Hilf ab.

Fazit: Wer auf die unvernünftige Idee kommt von Süd nach Nord über das Gsieser Tör zu “fahren”, sollte zumindest im Talgrund Richtung Blindisalm fahren. Ist zwar auch nicht lustig - aber ab der Blindisalm kann man fahren.

Das Defreggental begrüßt uns auch noch mit Donnergrollen - also nichts wie weiter!

In St.Jakob sind wir wieder vereint. Martin hat Fritz und unsere Rucksäcke über den Stallersattel gebracht und sofort wird über die ganzen Eindrücke der Tage bei einigen Bierchen gefachsimpelt!

Dieser Abend zieht sich in die Länge! Nach Vorbesprechung, Beautycheck und feudalen Abendessen, vertilgen Martin und Fritz natürlich noch eine Eispalatschinke.

Auch die “Ingsanten Nigelen” sind für Martin nur ein Klax.

Peter und Ich geben heute (warum auch immer) früh auf. Fritz wird heute von Martin und Martin unterstützt - es wird also sehr spät! Ob das dem Knie hilft?

Trackstatus: Harter Tag, aber wie geplant (allerdings mit Zwischenfällen) erledigt. Alles im grünen Bereich (oder wie heißt die obere Farbe an der Ampel?).