Spurensuche La Thuille - kleiner St. Bernhard - Monte Belvedere
GPX-Tracks zum Download: Unser Track.
Im 2. Weltkrieg war unser Vater in den letzten Kriegsmonaten in La Thuille eingesetzt, er war am Monte Belvedere über dem kleinen St. Bernhard Wachtposten. Gemeinsam studierten wir die Karten, er konnte sich an den kleinen See unterhalb des Aufstieges erinnern und an die Senke die er bewachte. Damals gab es noch keine Schipiste, so mussten sie den Aufstieg zur Stellung über einen versicherten Steig vornehmen.
Wir starten in La Thuille und rollen über den angenehm angelegten Pass bis vor den Grenzübergang nach Frankreich. Fritz zweigt auf den Track ab, ich rolle noch die paar Meter nach Frankreich weiter. Nach ein paar Fotos fahre ich auf den Track zurück und sehe gerade noch Martin, der sich über die steile Schipiste hinauf quält. Gemütlich radle ich nach, oben zweigt ja unser Track vom schönen Weg ab. Aber weit und breit ist kein Martin und Fritz sichtbar. Gut ich bin älter und langsamer - aber so langsam? Egal ich schiebe nun den steilen Hang zur Seilbahnstation hinauf, blicke zurück und traue meinen Augen nicht. Da kommen doch glatt zwei Radler den selben Steig nach. Halt - die schauen ja aus wie Fritz und Martin? Beide sind dem schönen aber falschen Weg gefolgt und sahen mich dann am Gegenhang schieben. Also mussten sie wieder hinunter zur Weggabelung und den anderen Weg wieder hinauf.
Ich folge dem nun flacheren Weg weiter zu den Stellungen. Werner ist schon oben und hat alles besichtigt. Ich mache für Vater eine Menge Erinnerungsfotos. Nun kommt auch Fritz mit Martin. Wir fahren den Weg hinunter, es kommen uns eine Menge Downhiller entgegen. Thuille ist ein Mountainbike Zentrum, was die Downhiller da aufführen - erste Sahne! Vorbei an geschlossenen Gasthäusern biegen wir in einen Downhill ein. Erst geht es noch flowig dahin, dann aber für uns nicht mehr fahrbar. Ein Downhiller repariert die Leitbänder und erzählt uns, daß da gestern ein Training war. Das erklärt den knöcheltiefen Staub. Endlich im Tal angelangt stürmen wir die erste Pizzeria am Wegesrand und lassen es uns gut gehen. Dann beschließen wir, die Straße nach Morgex hinunter zu rollen. Dort treffen wir auf Annemarie und laden die Räder aufs Auto.
Der Wetterbericht verheißt für morgen nichts gutes und so beenden wir die Transalp 2018 einen Tag früher. In Aosta geben wir das Leihrad von Werner zurück, der Radhändler schaut das etwas abgenutzte Rad skeptisch an. Etwas außerhalb beziehen wir das Hotel, und fahren am Sonntag mit tausenden anderen im Stau wieder heim.
Am Sonntag am Abend erklärt mir mein Vater anhand der Fotos seinen Wachtposten, und erzählt noch einige Episoden aus dem Krieg. Eine ganze Gruppe bekam damals eine Büchse Kraut pro Tag zu Essen, seitdem mag er Kraut seltsamerweise nicht mehr :-)
Werner hat sein Schaltauge am Montag auch bekommen, eingebaut und schon eine Testrunde mit seiner Prinzessin gedreht. Bis auf ein paar blaue Flecken ist keinem was passiert und das ist das Wichtigste!
Fazit - das Piemont ist ein Traum Gebiet, selten kommst du in Mitteleuropa mit dem Rad so weit hinauf. Der Blick in die 4000er entschädigt für die Mühen.
Nächstes Jahr, wenn die Kraft noch reicht geht es sicher wieder in diese schöne Provinz!

Blick von La Thuille

St. Bernhard

Monte Doravidi

da ist auch im Winter was los!

Mont Blanc

Frankreich

Hospiz am St. Bernhard

da ist es noch flach

der kleine See an dem mein Vater im Krieg vorbei ist

da waren früher nur Felswände - aber auch zum Schieben sau steil - der Zickzack Weg rechts ist unser Weg

man kann die Steilheit ahnen

Panorama pur

vermutlich der Kommandostand

diese Senke bewachte mein Vater

und rechts beim kleinen Schneefeld dürfte er gelegen sein

es ist da auch im Juli schon zu Mittag frisch - im Winter mag ich gar nicht denken!

vor dem Mont Blanc

Downhill Piste

da noch fahrbar

und aus

leicht staubig :-)

aber jetzt sind alle ruhig!

auf die unfallfreie Transalp

zurück nach Aosta

Abschiedstrunk

auf Wiedersehen im Piemont

so klein und hätte Werner fast die Tour vermasselt - Cube Schaltauge